Arbitrage: Strompreisdifferenzen nutzen

Günstig laden, teuer verkaufen. Ein Batteriespeicher (BESS) handelt automatisiert am Spotmarkt und nutzt Preisspreads zwischen Tief- und Hochpreisphasen als Ertragsquelle.

Was ist Arbitrage mit Batteriespeicher?

Arbitrage bedeutet, Strom zu Zeiten mit tiefen Preisen zu kaufen und zu Zeiten mit hohen Preisen wieder zu verkaufen. Ein Batteriespeicher macht dieses Prinzip physisch möglich: Er lädt in Tiefpreisphasen (Nacht, Wochenende, hohe erneuerbare Produktion) und entlädt in Hochpreisphasen (Morgen- und Abendspitzen).

Die Preisdifferenzen entstehen durch schwankende Nachfrage, variable erneuerbare Produktion und Netzengpässe. Je volatiler der Markt, desto grösser die Spreads und desto attraktiver wird Arbitrage als Ertragsquelle.

Spotmarkt-Zugang

Für direkten Handel am Day-Ahead- und Intraday-Markt ist ein Zugang über eine Bilanzgruppe notwendig. NRG Solutions baut eine eigene Bilanzgruppe auf und stellt die Marktanbindung sicher.

Strompreisverlauf (Spotmarkt) Laden Laden Verkaufen Verkaufen CHF Tagesverlauf 00:00 06:00 12:00 18:00 Tiefpreis = Laden Hochpreis = Verkaufen

Warum Arbitrage an Bedeutung gewinnt

Der Ausbau von Solar- und Windenergie führt zu stärkeren Preisschwankungen am Strommarkt. An sonnigen Tagen fallen die Preise teilweise auf null oder sogar ins Negative. Wenige Stunden später, wenn die Sonne weg ist und die Nachfrage steigt, schnellen die Preise nach oben.

Diese Volatilität wird in den kommenden Jahren zunehmen. Für Batteriespeicher bedeutet das: Die Arbitrage-Erträge steigen mit wachsendem Anteil erneuerbarer Energien. BESS wird damit zum stabilisierenden Element im Netz und zum wirtschaftlichen Asset gleichzeitig.

Multi-Use als Schlüssel

Arbitrage allein rechtfertigt selten einen Speicher. In Kombination mit Peak Shaving, SDL und Eigenverbrauchsoptimierung entsteht ein robuster Business Case mit mehreren Ertragsquellen. Das EMS von NRG wechselt automatisch zwischen den Anwendungen.

Arbitrage-Zyklus eines BESS Laden Tiefpreis Entladen Hochpreis BESS Speicher = Spread-Ertrag Differenz = Gewinn

Drei Vorteile auf einen Blick

24/7

Direkte Marktteilnahme

BESS handelt direkt am Spotmarkt und nutzt Preisdifferenzen zwischen Tief- und Hochpreisphasen. Über eine eigene Bilanzgruppe wird der Speicher als vollwertiger Marktteilnehmer geführt.

Auto

Automatisierte Handelszyklen

Das Energiemanagementsystem (EMS) analysiert Marktpreise in Echtzeit und steuert Lade- und Entladezyklen vollautomatisch. Kein manueller Eingriff nötig, keine verpassten Handelsfenster.

Multi

Zusatzertrag neben Peak Shaving

Arbitrage ist selten der alleinige Anwendungsfall. Die grösste Wirkung entfaltet sie in Kombination mit Peak Shaving, SDL oder Eigenverbrauchsoptimierung. Das EMS priorisiert automatisch den wirtschaftlich besten Einsatz.

So funktioniert Arbitrage mit BESS

01

Marktbeobachtung

Das EMS überwacht den Day-Ahead- und Intraday-Markt kontinuierlich. Es erkennt Preismuster, prognostiziert Spreads und identifiziert optimale Zeitfenster für Lade- und Entladezyklen.

02

Laden in Tiefpreisphasen

In Stunden mit tiefen Strompreisen (typisch: Nacht, Wochenende, hohe Solar-/Windproduktion) lädt der Speicher günstig Energie aus dem Netz.

03

Entladen in Hochpreisphasen

Wenn die Strompreise steigen (typisch: Morgen- und Abendspitzen, tiefe Produktion), speist der BESS die gespeicherte Energie zurück und verkauft zum höheren Preis.

04

Optimierung & Wiederholung

Das EMS optimiert jeden Zyklus auf Basis aktueller Marktdaten, Speicherzustand und weiterer Revenue Streams. Mehrere Zyklen pro Tag sind möglich, abhängig von Preisspreads und Speicherkapazität.

Für wen lohnt sich Arbitrage?

Stand-alone Grossspeicher

Grossbatteriespeicher (ab 1 MWh) können als reine Handelsanlagen betrieben werden. Der gesamte Ertrag kommt aus Preisdifferenzen am Spotmarkt und weiteren Marktprodukten.

Industrie mit variablem Lastprofil

Unternehmen mit eigenem BESS nutzen Arbitrage als zusätzliche Ertragsquelle. In lastärmeren Zeiten handelt der Speicher am Markt, bei Lastspitzen priorisiert er Peak Shaving.

Areale mit PV-Anlagen

Überschüssige Solarenergie wird nicht zu tiefen Einspeisevergütungen abgegeben, sondern im Speicher zwischengelagert und zu Hochpreiszeiten verkauft.

Multi-Revenue-Strategien

Arbitrage ergänzt Peak Shaving, SDL (Regelenergie) und Eigenverbrauchsoptimierung. Das EMS wechselt automatisch zwischen den Anwendungen und maximiert den Gesamtertrag.

Alle Anwendungsfälle im Detail finden Sie auf unserer Anwendungsfälle-Seite.

Arbitrage-Potenzial für Ihren Speicher einschätzen

Gemeinsam prüfen wir, ob die Preisspreads an Ihrem Standort Arbitrage-Erträge ermöglichen.

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Häufig gestellte Fragen

Arbitrage ist ab einer Kapazität von etwa 1 MWh wirtschaftlich sinnvoll. Je grösser der Speicher und je höher die Leistung, desto mehr Energie kann pro Zyklus gehandelt werden. Die optimale Dimensionierung hängt vom geplanten Multi-Use-Konzept ab. NRG Solutions analysiert Ihr Profil und dimensioniert passend.

Die Spreads am Schweizer Spotmarkt variieren je nach Saison, Wetterlage und Netzauslastung. An volatilen Tagen liegen sie bei 5 bis 15 Rp/kWh, in Extremsituationen deutlich höher. Entscheidend ist nicht ein einzelner Spread, sondern die Summe aller Handelszyklen über das Jahr.

Die Preise am Spotmarkt sind nicht garantiert. An Tagen mit flachen Preiskurven können die Spreads gering ausfallen. Deshalb wird Arbitrage selten als alleiniger Business Case betrieben. In Kombination mit Peak Shaving und SDL werden Erträge diversifiziert und das Risiko reduziert.

Für den direkten Handel am Spotmarkt ist ein Zugang über eine Bilanzgruppe notwendig. NRG Solutions baut eine eigene Bilanzgruppe auf und übernimmt die Marktanbindung. Sie müssen sich nicht selbst um Marktregistrierung oder Handelsplattformen kümmern.

Ja, und genau das ist der empfohlene Ansatz. Ein BESS kann gleichzeitig Arbitrage, SDL (Regelenergie), Peak Shaving und Eigenverbrauchsoptimierung betreiben. Das EMS priorisiert automatisch die wirtschaftlich beste Anwendung in jedem Zeitfenster.

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